Ein Spezialtransport

Im Freilichtmuseum de Locht gibt es ein Objekt, das an die Zeit erinnert, als eine große Anzahl von Menschen in Melderslo ihren Lebensunterhalt mit der Pilzzucht verdiente: eine Dampfmaschine auf Rädern!

Nach jeder Kultivierung war es notwendig, die Zellen, in denen die Pilze gezüchtet wurden, zu dämpfen. Pro Jahr konnten mehrere Ernten stattfinden, aber man musste immer in einem sterilen Raum beginnen. Eine reiche und gesunde Neuernte bekam man nur, wenn der Platz keimfrei war.

Von 1958 bis 1978 konnte man jeden Tag einen PKW durch Melderslo fahren sehen, der eine Dampfmaschine auf 4 Rädern zog. Der Transport war nicht einfach, der Anhänger war aufgrund des großen Kessels und Wassergehalts schwer. Für 15 Gulden pro Tag konnte man das Gerät bei der Genossenschaft der Erzeuger mieten. Etwa 25 Erzeuger machten davon Gebrauch.

Wie lief dieser Dampfprozess ab? Zunächst sorgte ein Ölbrenner dafür, dass im Zellraum eine Temperatur von 65 Grad erreicht wurde. Das dauerte 3 bis 6 Stunden, abhängig von der Größe der Zelle. Durch einen Dampfschlauch wurde der heiße Dampf dann durch eine kleine Öffnung in die Zelle eingeleitet. Diese Temperatur musste 12 Stunden lang gehalten werden, um ein optimales Ergebnis zu erzielen und alle Keime abzutöten.

Um 1978 war die Zahl der Züchter aufgrund einer Zunahme der Größe und des Preises der Pilze bereits stark zurückgegangen. Die Dampfmaschine erinnert an vergangene Zeiten. Zu sehen im Freilichtmuseum de Locht.

Peter Lenssen